Die neuen Arten des Arbeitens und der Wunsch nach Zugehörigkeit

Quelle: Das Magazin 8. Januar 2022 Kolumne Krogerus&Tschäppeler

Im Magazin N°01 vom 8. Januar 2022 habe ich ein sehr interessantes Interview von Ursina Haller mit Michaeleen Doucleff gelesen. Der Titel lautete: «Entwicklungshilfe für Eltern». M. Doucleff versuchte herauszufinden, warum Mütter und Väter in indigenen Kulturen nicht an der Erziehung ihrer Kinder verzweifeln und besuchte deshalb Eltern in Mexiko, Tansania und der Arktis. Sie erhielt einen Einblick in einen Familienalltag, wo Kinder nicht im Mittelpunkt stehen, in dem es keinen Streit gibt und in dem Kinder freiwillig im Haushalt helfen. Sie befasste sich deshalb eingehend mit der westlichen Kindererziehung und stiess auf verblüffende Unterschiede. Ich würde jetzt liebend gerne weiter ausholen aber das würde den Rahmen meines Beitrags wirklich sprengen. Erwähnen möchte ich jedoch, dass sie ein Buch über ihre Erfahrungen geschrieben hat, welches seit kurzem auch auf Deutsch erhältlich ist.
In der gleichen Ausgabe des Magazins haben Krogerus & Tschäppeler von «vier neuen Arten des Arbeitens» berichtet. Es geht um die Corona bedingten Veränderungen im Arbeitsleben und damit verbundenen Fragestellungen. Arbeiten wir zu Hause oder vor Ort? Arbeiten wir zeitgleich mit anderen oder zeitversetzt? Arbeiten wir zusammen oder alleine? Diese neuen, in Zukunft relevanten Arbeitskonstellationen schaffen neue Herausforderungen u.a. für Führungskräfte.
z.B. Welche Eigenschaften und Qualifikationen muss ein*e neu*e Mitarbeiter*in mitbringen, um mit diesen neuen Arbeitskonstellationen klar zu kommen; wen muss ich wie führen, um diese Anforderungen erfolgreich meistern zu können; wie stelle ich als Führungskraft den Zusammenhalt in meinem Team sicher, mit welchen Interventionen könnte mir das gelingen; wie unterstütze ich Führungskräfte, welche bereits bei «normalen» Bedingungen ihre Führungsrolle nicht genügend ausüben konnten; wie stelle ich als langjährige qualifizierte Mitarbeiterin sicher, dass ich meinen erarbeiteten Status z.B. bei einem Führungskräftewechsel weiterhin behalten kann u.s.w.
Es gibt unendlich viele spannende Fragen zu diskutieren und das in allen Bereichen, in jeder Funktionen und auf jeder Hierarchiestufe.
Und jetzt gelingt mir hoffentlich der Bogen zur Einleitung! Michaeleen Doucleff erwähnt im Interview, dass wir alle den Wunsch nach Zugehörigkeit haben, den wir Menschen von Natur aus haben. Wir lieben es, gebraucht zu werden und Teil eines Teams zu sein.
Wir sollten also bei all diesen spannenden Fragen die WIR-Komponente nicht aus den Augen verlieren. Sonst wird die Rechnung für uns alle nicht aufgehen.
P.S. Ich werde mir das Buch von Doucleff auch besorgen und bin mir sicher, dass wir als Führungskräfte einiges über den Umgang mit Menschen dazulernen können.

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Burnout – Ein atem(be)raubender Zickzackkurs

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